Der Platz wurde 1938 in Betrieb genommen, diente als Luftwaffenversuchsstelle, Bombenabwurfplatz sowie Stahl- und Betonbauversuchen. Während des Zweiten Weltkriegs gab es auf dem Gelände ein Arbeitslager für englische und polnische Kriegsgefangene. Nach Kriegsende übernahmen britische Streitkräfte den Platz, zehn Jahre später fiel er wieder unter deutsche Verantwortung, der Bundesgrenzschutz (BGS, heute: Bundespolizei) nutzte das Areal. 1956 rückten erste Soldaten der neu geschaffenen Bundeswehr ein. Seit 1957 findet hier jährlich das Training der offiziellen deutschen Militärdelegation für die internationalen „Vieerdaagse“-Märsche im niederländischen Nijmegen statt.
Der 1740 Hektar große Übungsplatz bietet über 600 Plätze in festen Unterkünften und 300 Plätze im Biwak. Im Mittelpunkt steht die Gefechtsausbildung. Zeitweise kommen auch Soldaten befreundeter Streitkräfte nach Ehra-Lessien, und Angehörige der Bundes- und Landespolizei sowie des Zolls.
Der Standort Ehra-Lessien mit dem Anteil an Soldaten, zivilen Beschäftigten des Bundeswehrdienstleistungszentrums, Truppenübungsplatzfeuerwehr und Wachpersonal bietet über 70 Menschen aus der Region Arbeit. Zukünftig wird der Übungsplatz mit Übungsvorrang Hausplatz der Schule für Feldjäger und Stabsdienst der Bundeswehr. Diese zieht momentan von Sonthofen (Bayern) nach Hannover.