Förderverein hilft über 80-jährigen Ehra-Lessienern, in Gifhorn ihre Corona-Impfung zu bekommen

Seit dem 28. Januar können sich alle über 80-Jährigen in Niedersachsen per Telefon oder über ein Internetportal für eine kostenlose Corona-Schutzimpfung anmelden. Rund 30.000 Impftermine landesweit sollen pro Woche vergeben werden, schrieb Gesundheitsministerin Carola Reimann aus Hannover in einem Brief an die Senioren. „Aber nicht alle Betroffenen haben diesen Brief bisher überhaupt erhalten“, stellt Jenny Reissig fest.

Wie aus Hannover vorausgesagt, seien die Leitungen für telefonische Anmeldungen überlastet und genügend Impfstoff sei offenbar auch nicht vorhanden. „Oft sind Bürger mit dieser Situation überfordert.“

Deshalb bietet der Förderverein Ehra-Lessien seinen betagten Mitbürgern in dem Doppeldorf jetzt Hilfe an.

„Wir werden, mit freundlicher Unterstützung von Gemeinde und Samtgemeinde, unsererseits alle über 80-Jährigen in Ehra-Lessien anschreiben, um sie an die Impfung zu erinnern“, sagt Vereinsvorsitzende Jenny Reissig. „Die Briefe werden wir persönlich verteilen, und wer dann Hilfe bei der Terminreservierung braucht, oder um seinen Impftermin im Impfzentrum in Gifhorn wahrzunehmen, kann sich an uns wenden.“

Nicht alle Senioren könnten noch Auto fahren oder seien beweglich genug, um öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, sagt Reissig. „Und manchmal wohnen Kinder oder andere Verwandte, die helfen könnten, nicht mehr am Ort. Vor allem in diesen Fällen möchten wir unterstützen.“
Hilfesuchende können sich per Telefon unter 05377 237 oder 0171 686 7858 an den Förderverein wenden.

„Wir hoffen auf Zusammenarbeit mit weiteren Vereinen und Verbänden im Dorf, koordinieren dann Hilfe-Patenschaften, damit alle unsere über 80-Jährigen ihre Corona-Schutzimpfungen erhalten können, wenn sie das möchten.“ Mitglieder des Fördervereins helfen bei der Terminvereinbarung über das Internet und vermitteln den Transport der Betroffenen ins Impfzentrum in Gifhorn. Um den vollen Impfschutz zu bekommen, muss im Abstand von drei Wochen sogar zweimal geimpft werden.

„Vielleicht gibt es ja auch noch bürgerfreundlichere Impfmöglichkeiten,“ hofft Samtgemeindebürgermeisterin Manuela Peckmann, die eng mit der Corona-Taskforce des Landkreises zusammenarbeitet. „Wir diskutieren dieses Thema noch und suchen nach Lösungen.“  

„ Falls doch gefahren werden muss: Wir könnten die Senioren in Kleinst-Gruppen unter Beibehaltung aller notwendigen Hygienemaßnahmen mit unserem vereinseigenen VW-Bus fahren, oder ggf. einzeln mit Privatfahrzeugen. Je nachdem, wie sich die Termine vereinbaren lassen“, erklärt Jenny Reissig das Vorgehen. „Und die Gemeinde Ehra-Lessien spendet dazu noch 100 FFP2-Masken für diesen Anlass“, schließt sich Bürgermeister Jörg Böse der guten Sache an, und sichert zu, dass die Kosten für die Briefverteilung von der Gemeinde übernommen werden. Sowohl Bürgermeister Jörg Böse als auch Samtgemeindebürgermeisterin unterstützen die Aktion, da der aktive Dorfverein hier mal wieder einen erheblichen ehrenamtlichen Beitrag für die Senioren in der Gemeinde leistet.

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2021-01-28

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